Verfassungsschutz Mitschuld an NSU-Morden

Es ist das Ergebnis einer akribischen Auswertung von Abertausenden Aktenseiten. „Eine Fleißarbeit“, stellt selbst die Bundesanwaltschaft hinterher anerkennend fest. Am Mittwoch hat die Berliner Anwältin Antonia von der Behrens im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ihr Plädoyer begonnen. Von der Behrens vertritt den jüngsten Sohn von Mehmet Kubasik. Der Dortmunder Kioskbesitzer wurde am 4. April 2006 von den NSU-Terroristen ermordet.

Die Vertreter des Generalbundesanwalts folgen dem Vortrag der Nebenklagevertreterin aufmerksam, schreiben mit. Manchmal spricht Bundesanwalt Herbert Diemer ein paar Worte zu seiner Kollegin. Etwa als Opferanwältin von der Behrens auf den NSU-Mord an Halit Yozgat in Kassel zu sprechen kommt. Diemers Mimik lässt erahnen, dass ihn empört, was er hört.

Der damalige Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes Andreas T. war mutmaßlich zur Tatzeit am Tatort in Kassel. Von dem Mord will er nichts mitbekommen haben. Von der Behrens sagt nicht nur, dass sie T. seine angebliche Ahnungslosigkeit nicht abnimmt. Sie sagt, dass „derzeit nicht ausgeschlossen werden kann“, dass der Verfassungsschützer „gar an der Tat mitgewirkt hat“.

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NSU

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